Portishead machen moons glücklich!

Alter! Über 10 Jahre musste ich auf das dritte Album der Engländer warten und was soll ich sagen? Es hat sich gelohnt, denn "Third" ist ein feines Stück Musik. Kleiner Rückgriff gefällig?
1994 schickte sich das Trio um Sängerin Beth Gibbons an, die melancholischen Klangwelten zu revolutionieren. "Dummy" hiess das Debut und war für die Musikpresse Anlass, einen neuen Musikstil zu prägen: Trip-Hop. (Selbstverständlich spielten auch Massive Attacks "Protection" und Trickys "Maxinquaye" eine ausschlaggebende Rolle.)
"Dummy" gehörte seitdem zu meinen absoluten Lieblingsplatten. Perfekt für traurige Sommerabende auf Hügeln in weit entfernten Parks.
Drei Jahre später kam das zweite Studioalbum heraus, das mir persönlich aber zu einseitig-düster war. Andere mögen da anderer Meinung sein, aber mir fehlte der Funken Magie. Dennoch war Portisheads Portishead ein solides Album.
Außer einer Live-Platte war dann erstmal Sendepause. Bis heute. Ich halte "Third" in den Händen, höre es ausgiebig und komme zu dem Schluss: Portishead sind groß und das dritte Werk ist großartig.
Zu hören gibt es maschinengewehr-harte Verzweiflung mit einer Homage an das Bladerunnereske (Machine Gun), wundertraurige Balladen, die an Beth Gibbons' Quasi-Solo-Werk oder die Siebziger einer gewissen Joni Mitchell erinnern (The Rip), trippig-seltsame Tracks, die klingen, als hätten The Doors und Kraftwerk gemeinsam auf der Bühne gestanden (We Carry On) und acht weitere Ausflüge in die Welt des seltsam-düsteren aber stets-originellen.
Portishead-Freunden und Selten-CD-Käufern kann ich "Third" nur wärmstens empfehlen. Auf, auf zum nächsten Plattendealer!
- Blog von moons
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